Kürzlich im Bauhaus

Oh nein, diesmal war ich nicht im Baumarkt…
Ich war kürzlich in der Grossherzoglich-Sächsischen Kunstschule, heute als Bauhaus Dessau bekannt.
Ich mag den Funktionalismus, die Sachlichkeit und Klassische Moderne. Von daher hat es mich schon länger gereizt mir mal den Ursprung des ganzen zu betrachten und mich ein wenig mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Wer den Designstil eines grossen schwedischen Möbelhauses kennt, der kommt zwangsläufig mit dem Bauhaus in Berührung. (Link)
Klare Linien und Funktionalität prägen meinen Alltag und auch meine Fotografien, die ich gerne auf das wesentliche in Form und Farbe reduziere. Zum Glück nicht immer! Denn oft wirkt die Sachlichkeit viel zu nüchtern und langweilig. Dieser Kritik musste ich mich bisher schon oft stellen.

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Gemütlich ist auf einen ersten Blick durchaus etwas anderes. Wobei die Möbel überwiegend funktional sind, was letztendlich auch so gewollt ist. Daher lässt sich oft erst auf den zweiten Blick eine gewisse Bequemlichkeit, Behaglichkeit erkennen.

Meine bodennahen Aufnahmen sind diesmal alles andere als Gemütlich.
Wie ihr selbst sehen könnt, habe ich die Gelegenheit genutzt und wieder die Perspektive gewechselt. Aus diesem Blickwinkel ändert sich die Sichtweise auf manche Dinge ganz erheblich. Mit einem Ultraweitwinkel wäre der Eindruck bestimmt noch viel verstärkter warnehmbar und die Sicht nochmal eine ganz andere. Ich habe aber kein Ultraweitwinkel.
Andererseits ist der Blickwinkel aus Bequemlichkeit auch so schon ein wirklich guter Grund für einen Perspektivwechsel. So spart man sich das schwere Stativ und jede Menge Einstellerei, lange Belichtungszeiten sind problemlos möglich und man kann viel entspannter arbeiten. Vorausgesetzt es laufen nicht ständig Leute vor der eigenen Linse herum. Womit man in einer Ausstellung allerdings ständig rechnen kann. Also wieder Ruhe bewahren und abwarten bis die Gelegeheit günstig war.

Auch diesmal nutze ich die Möglichkeit und widme diesen Artikel einem Fotoprojekt.
Christina von paleica.net hat aktuell zu Ihrem Magic Letter “unten” aufgerufen. Da einige Bilder von ganz unten kommen, finde ich das absolut passend.

Kennt Ihr Magic Letters? Magic Letters ist ein Fotoprojekt von Paleica, wo über den Zeitraum von 52 Wochen alle 14 Tage ein neues Thema vorgegeben wird, das sich mit dem jeweils nächsten Buchstaben des Alphabets beschäftigt. Reinschaun und mitmachen lohnt sich immer.

Hier habt ihr noch den Link zur Homepage vom Bauhaus Dessau und noch ein bissl Fachwissen von Wikipedia.

Nun aber ab ins Bauhaus um die Ecke…

10 Comments

  1. Ich bin mit dem Thema Bauhaus und den Designern wie Mies van der Rohe, Marcel Breuer usw aufgewachsen und mir gefällt das ultra-minimalistische gut. Ich selbst habe einige Möbel, deren Design aus dieser Ecke kommt, vielen gefällt der Stil nicht, weil es “so ungemütlich ist”. Wir fühlen uns damit wohl.

    Übrigens gibt es in der Nähe von Düsseldorf, Haus Lange und Haus Esters, 2 Häuser, die von Mies van der Rohe entworfen sind und heute Museen sind, auch sehr schöne Objekte der Fotobegierde.

    • Vielen Dank für Deine Zeilen, Bee. Mir gefällt, das die Möbel und Gegenstände praktisch sind und irgendwie auch zeitlos. Zeitlos bezieht sich allerdings oft nur auf das Optische. Da unterscheiden sich Orginal und Kopie von div. Herstellern dann doch gewaltig.
      Düsseldorf ist eine ganze Ecke weit weg. Wenn ich mal in der Nähe bin, sehe ich mir die Häuser gerne an.
      LG Jan

  2. Wow! Sehr schöne, aufgeräumte Bilder, die “das Bauhaus” m.E. gut wiedergeben. Besonders beeindruckend finde ich Dein Bild von Treppenhaus (de stijl lässt grüßen) und die “Sitzgelegenheit” – große, ruhige, monochrome Flächen, das gefällt mir!

    • So “saubere” Bilder sind genau mein Geschmack. Ich kann aber auch anders 😉
      Danke Tobias, das es gefällt.

  3. nein, gemütlich sind sie nicht, aber interessant. ich mag dieses minimalistische auf strukturen und linien reduziert ausgesprochen gern anschauen.

    • Wie gesagt, gemütlich ist der erste Eindruck selten. Leider zählt der erste Eindruck zu oft und ein weiteres Auseinandersetzen kommt selten zu stande.

  4. Wow, tolle Bilder. Ich liebe sowas. Dieses minimalistische und gleichzeitig sehr lebendige. Eine tolle Location… Und Du hast das einwandfrei festgehalten, Hut ab!
    lg Markus

  5. Pingback: U wie Unten - aKerlin Gebrauchsgrafik
  6. Mir gefallen deine minimalistischen Bilder auch. Langweilig finde ich diese Art der Gestaltung nicht, auch wenn andere Stile ebenso spannend und schön sein können, die Spannung ergibt sich dann eben nur aus anderen Inhalten als aus der formalen Gestaltung 😉
    Die Sitzgelegenheit und der lange Bürotrakt haben’s mir am meisten angetan.
    lg Lucy

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